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Raupenkran ermöglicht kontrollierten Brückenrückbau
Emil Egger AG setzte einen Hochleistungs-Raupenkran ein, um eine Spannbetonbrücke in Ulm kontrolliert über aktiven Bahngleisen zurückzubauen.
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Das Schweizer Schwerlast- und Logistikunternehmen Emil Egger AG übernahm den Rückbau einer maroden Bundesstraßenbrücke in Ulm in Süddeutschland. Die zweispurige Spannbetonbrücke führte über ein mehr als 100 Meter breites Gleisfeld mit Oberleitungen. Aufgrund dieser Infrastrukturbedingungen kamen klassische Abbruchmethoden wie Sprengung oder ein Abriss mit Großbaggern nicht infrage.
Um Eingriffe in den Bahnbetrieb zu minimieren und gleichzeitig eine kontrollierte Demontage sicherzustellen, wurde die Brücke in einzelne Segmente zersägt und mit einem Schwerlastkran ausgehoben. Ziel war es, den Rückbau innerhalb eines begrenzten Zeitfensters während der Vollsperrung der Bahnstrecke durchzuführen und gleichzeitig hohe Sicherheitsanforderungen einzuhalten.
Schwerlastkran für das Heben großer Bauteile gewählt
Für das Projekt setzte Emil Egger AG einen Raupenkran ein, der Lasten von bis zu 510 Tonnen heben kann und damit geeignet ist, komplette Brückensegmente nach dem Durchtrennen sicher auszubauen.
Das Rückbaukonzept wurde gemeinsam mit dem Bau- und Logistikunternehmen Max Wild entwickelt. Der Ansatz basierte auf einem kontrollierten Hebeverfahren anstelle eines destruktiven Abrisses. Jedes Brückensegment wurde zunächst am Haken des Krans angeschlagen. Anschließend trennten Spezialisten die Konstruktion mithilfe von Diamantseilsägen vom Bauwerk. Nach Abschluss der Schneidarbeiten hob der Kran das Segment an und setzte es am Boden ab, wo Abbruchbagger die Betonteile weiter zerkleinerten.
Dieses Verfahren ermöglichte die sichere Entfernung großer Bauteile, ohne die darunter verlaufenden Bahnanlagen zu beeinträchtigen.
Krankonfiguration an unterschiedliche Hebephasen angepasst
Der Kraneinsatz erfolgte in zwei Phasen, um die unterschiedlichen Entfernungen zwischen Kranstandort und Hebepunkten zu berücksichtigen.
Für die ersten und zugleich schwersten Hübe mit kürzeren Distanzen wurde der Kran mit einem 84 Meter langen Gitterhauptausleger konfiguriert. In einer zweiten Phase wurde der Ausleger auf 128 Meter verlängert, um auch weiter entfernte Brückensegmente erreichen zu können.
Um die erforderliche Tragfähigkeit zu gewährleisten, arbeitete der Kran mit einer Ballastierung von bis zu 750 Tonnen, darunter 450 Tonnen Derrickballast, der über einen hydraulisch verstellbaren Rahmen mit variabler Ausladung positioniert werden konnte. Dadurch ließ sich die Gegengewichtsposition je nach Hebesituation anpassen.
Präzise Gewichtsermittlung als Sicherheitsfaktor
Die genaue Bestimmung des Gewichts jedes einzelnen Brückensegments war entscheidend für die sichere Durchführung der Hebevorgänge. Die Spannbetonsegmente waren etwa 17 Meter breit und mehr als zwei Meter hoch, weshalb ihre Masse vor dem Trennen exakt berechnet werden musste.
Michael Egger, Geschäftsführer der Emil Egger AG, erläuterte die Bedeutung dieser Planung: „Eine zentrale Herausforderung dieses Infrastrukturprojekts war die Segmentierung der Brückenteile. Eine möglichst präzise Gewichtsbestimmung war entscheidend, damit wir den erwarteten Lastfall mit dem verschiebbaren Derrickballast ausgleichen und das Bauteil nach dem vollständigen Durchtrennen sicher ausheben konnten.“
Nachdem der Kran die Last aufgenommen hatte, arbeiteten Betonschneidspezialisten rund fünf Stunden lang mit diamantbesetzten Seilsägen, um jedes Segment vollständig vom Bauwerk zu trennen.
Kranfunktionen erleichtern komplexe Hebevorgänge
Das verstellbare Gegengewichtssystem erleichterte die Durchführung der Arbeiten insbesondere bei Hüben über größere Distanzen.
Egger erklärte dazu: „Der hydraulisch verstellbare Klapprahmen sowie der teilbare Derrickballast haben die Arbeiten deutlich erleichtert. Besonders bei Hüben, bei denen wir Brückenteile aus größerer Entfernung heranholen und in der Nähe des Krans ablegen mussten, konnten wir so ohne zeitaufwendiges Umballastieren arbeiten.“
Durch den variablen Gegengewichtsradius ließ sich die Leistungsfähigkeit des Krans während der Hebevorgänge an die jeweiligen Anforderungen anpassen.
Zusätzlicher Mobilkran übernimmt Rampenrückbau
Ein Mobilkran kam zusätzlich auf der gegenüberliegenden Seite der Gleisanlagen zum Einsatz. Zunächst unterstützte er den Aufbau des Raupenkrans, bevor er den Rückbau einer Auffahrtsrampe zur Brücke übernahm.
Auch hier wurden einzelne Rampensegmente mit Gewichten von bis zu 110 Tonnen am Haken angeschlagen, mit Betonsägen getrennt und anschließend Stück für Stück abgetragen.
Rückbau innerhalb einer Woche abgeschlossen
Der Aufbau des Raupenkrans vor Ort erforderte rund 40 Schwertransporte und vier Tage Montagezeit. Anschließend liefen die Rückbauarbeiten im Schichtbetrieb rund um die Uhr.
Innerhalb von etwa einer Woche wurde das Brückenbauwerk in 52 Teilstücke zersägt und vollständig entfernt. Das kontrollierte Hebeverfahren ermöglichte einen sicheren Rückbau über dem Gleisfeld bei gleichzeitig engem Zeitplan.
Am gleichen Standort soll im Herbst des kommenden Jahres eine neue Brücke fertiggestellt werden. Danach ist geplant, auch die gegenüberliegende Fahrtrichtung auf ähnliche Weise zurückzubauen.
Bearbeitet von der Industriejournalistin Sucithra Mani — KI-gestützt.
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