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Liebherr-Kran LTM 1650-8.1 demontiert historische deutsche Bogenbrücke
MSG Krandienst nutzte spezielle Abstützungen und VarioBallast-Technologie für den Einsatz an einem stark beengten Uferarbeitsplatz.
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Ein Liebherr-Mobilkran LTM 1650-8.1, betrieben von der MSG Krandienst GmbH, wurde kürzlich eingesetzt, um eine baufällige Bogenbrücke aus dem Jahr 1951 in Lauffen am Neckar, Baden-Württemberg, vollständig abzubauen. Der Flussübergang, der eine dicht bebaute Altstadt über einen Kanal hinweg mit einer kleinen Insel verbindet, stellte aufgrund des massiven Platzmangels für die Aufstellung am Ufer erhebliche logistische Herausforderungen dar. Das Projekt unterstreicht die ausgefeilte Technik und die kompakten Hebelösungen, die erforderlich sind, um alternde Infrastrukturen in stark beengten urbanen Topografien zu ersetzen.
Maßgeschneiderte Abstütztechnik und erweiterte Reichweite
Um die enge Aufstellfläche zu bewältigen, musste das Hebeteam eine höchst unkonventionelle Stabilisierungskonstruktion entwickeln. „Die Topografie vor Ort schränkte unsere Möglichkeiten zur Aufstellung des Mobilkrans stark ein“, erklärte Christian Spreuer, Projektierungsingenieur bei MSG Krandienst. Das Team positionierte die uferseitigen Abstützungen vollständig außerhalb der eigentlichen Aufstellebene. Dies erforderte das Ausfahren zweier Stützzylinder über das Flussufer, die auf massiven Stahlzylindern gesichert wurden. Diese ruhten wiederum auf Betonfundamenten, die etwa vier Meter unterhalb des Straßenniveaus lagen. Ein Hilfszylinder unter dem Heck des achtachsigen Fahrzeugs erleichterte zudem die Montage in dem abschüssigen Gelände. Ausgestattet mit einer 35 Meter langen Wippspitze und 175 Tonnen Gegengewicht konnte der Kran sicher Baumaschinen über den 40 Meter breiten Kanal bei einer maximalen Ausladung von 50 Metern auf die Insel heben.
Segmentierter Abbruch und VarioBallast-Fähigkeiten
Vor dem eigentlichen Abbruch installierte der 700-Tonnen-Kran eine provisorische Fußgängerbrücke. Der alte Brückenüberbau wurde dann abschnittsweise entfernt, und der massive Tragbogen wurde mit schweren Betonsägen in fünf Segmente zerschnitten. In dieser kritischen Phase stützte ein spezieller Ponton, ausgestattet mit Gerüstpfeilern und einem pumpengesteuerten Flutungssystem, den Bogen von unten ab. Der schwerste Einzelhub der mehrtägigen Operation war das 44 Tonnen schwere Scheitelsegment des Bogens, das bei einer Ausladung von über 36 Metern bewältigt wurde. Während des gesamten Projekts nutzte der LTM 1650-8.1 das VarioBallast®-System von Liebherr. Dies ermöglichte es den Bedienern, den Ballastradius des Krans kontinuierlich anzupassen, um dynamische Lastbedingungen und wechselnde Ausladungen von 26 bis 50 Metern effizient zu bewältigen.
Zusätzlicher Kontext: Bodendruck der Abstützung und variable Ballastkinematik
Dieser Abschnitt beschreibt die physikalischen Kräfte und mechanischen Prinzipien schwerer Mobilkrane, die in der ursprünglichen Pressemitteilung nicht enthalten sind.
Beim Einsatz schwerer Mobilkrane, insbesondere in der Nähe von Flussufern, Böschungen oder Stützmauern, ist das Management des Bodendrucks von entscheidender Bedeutung. Ein Kran, der eine 44-Tonnen-Last bei 36 Metern Ausladung hebt, erzeugt über seine Abstützplatten immense, asymmetrische Punktlasten. Wird er ohne angemessene Lastverteilung zu nah an einer Böschung positioniert, kann dieser extreme Druck die Scherfestigkeit des Bodens überschreiten, was zu einem lokalisierten rotierenden Erdrutsch und einem katastrophalen Umkippen des Krans führen kann. Durch die Konstruktion spezieller Stahlzylinder, die auf tieferliegenden Betonfundamenten verankert waren, konnte das Team von MSG Krandienst die instabilen oberen Bodenschichten effektiv umgehen und die Druckkräfte direkt in einen tragfähigen Untergrund ableiten.
Darüber hinaus hängt die Maximierung der Tragfähigkeit auf einer physisch begrenzten Grundfläche stark von der Manipulation des Schwerpunkts des Krans ab. Traditionelle Schwerlastkrane verwenden einen festen Gegengewichtsradius, was einen massiven Schwenkfreiraum hinter der Maschine erfordert. Das VarioBallast®-System von Liebherr löst diesen räumlichen Konflikt durch den Einsatz robuster hydraulischer Schwenkzylinder, die den Abstand zwischen dem Gegengewichtsstapel und der Drehachse des Krans dynamisch verändern. Durch das Ausfahren des Ballastradius nach außen maximiert der Kran sein Lastmoment (seinen Widerstand gegen das Kippen), was extrem schwere Hübe auf große Distanz, wie beim Bogenscheitel, ermöglicht. Umgekehrt kann der Kran durch das Einfahren des Radius sicher in beengten Räumen arbeiten, ohne dass der Heckschwenkradius nahegelegene Strukturen oder den Verkehr trifft.
Bearbeitet von dem Industrieredakteur Lekshman Ramdas mit KI-Unterstützung.
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