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03
'26
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Unterwasserabbruch ermöglicht Erneuerung der Kaimauer in Antwerpen
Adex Groep setzte spezialisierte Unterwasser-Abbruchtechnik ein, um eine bestehende Kaimauer am Europa-Terminal in Antwerpen unter extremen Tidebedingungen zurückzubauen.
www.epiroc.com

Die niederländische Adex Groep, ein auf komplexe Abbruch- und maritime Ingenieurarbeiten spezialisiertes Unternehmen, wurde mit dem Rückbau einer bestehenden Kaimauer am Europa-Terminal im Hafen von Antwerpen beauftragt. Die Maßnahme ist Teil eines groß angelegten Hafenerweiterungsprojekts.
Die zurückzubauende Struktur erstreckt sich über 1.200 Meter und ruht auf 49 zylindrischen Betoncaissons mit jeweils rund 30 Metern Durchmesser und Höhe. Die meisten dieser Caissons sind vollständig unter Wasser, mit Sand verfüllt und durch Injektionen stabilisiert. Da sie den Bau der neuen Kaimauer behinderten, war ihre vollständige Entfernung erforderlich.
Der Einsatzort liegt in der Westerschelde-Mündung, wo Tidenunterschiede von bis zu sechs Metern den Betrieb schwimmender Geräte und Unterwasserarbeiten erheblich erschweren.
Technische Herausforderungen und Projektziele
Die zentrale technische Herausforderung bestand darin, bewehrte Betonstrukturen in Tiefen von bis zu 24 bis 30 Metern unter dem belgischen Referenzniveau (TAW) kontrolliert abzubrechen und dabei trotz wechselnder Wasserstände eine hohe Präzision sicherzustellen.
Zu den Projektzielen von Adex Groep gehörten:
- die exakte Positionierung der Abbruchwerkzeuge unter Wasser,
- ein stabiler Kranbetrieb auf einer schwimmenden Plattform,
- eine konstante Produktivität trotz starker Tideeinflüsse,
- sowie die Minimierung von Stillstandszeiten während eines langandauernden Hochleistungs-Abbruchs.
Ingenieurlösung: Angepasste Ponton- und Krantechnik
Zur Erfüllung dieser Anforderungen entwickelte Adex Groep einen selbstnivellierenden Ponton mit einem 320-Tonnen-Abbruchkran mit dem Namen Genius. Der Ponton wurde mit einem automatischen Nivelliersystem ausgerüstet, das über Drucksensoren kontinuierlich die Lastverteilung überwacht und anpasst.
Zusätzlich kamen verlängerte Kranausleger und verlängerte Spundpfähle zum Einsatz, um die erforderlichen Arbeitstiefen bei gleichzeitigem Erhalt der Betriebssicherheit zu erreichen. Der Kran selbst wurde größtenteils aus wiederverwendeten Bauteilen aufgebaut und verbindet damit Prinzipien der zirkulären Bauwirtschaft mit hoher Abbruchleistung.
Auswahl der Unterwasser-Abbruchgeräte
Kernstück der Abbrucharbeiten war ein Schwerlast-Hydraulikhammer von Epiroc, geliefert über den lokalen Partner SAES International B.V.. Der Hammer wurde speziell für den Unterwassereinsatz konfiguriert und ist für den Betrieb in Tiefen von bis zu 24 Metern ausgelegt.
Ergänzend kam eine Betonschere zum Einsatz, die am Genius-Kran montiert ist und bewehrte Betonblöcke von bis zu einem Kubikmeter Größe trennen kann. Diese Kombination ermöglicht es, je nach Struktur zwischen Brechen, Schneiden und Vibrieren zu wechseln.
Die Auswahl der Werkzeuge basierte auf ihrer Robustheit im Dauer-Unterwassereinsatz, der kontrollierten Energieübertragung sowie der Integration in Positions- und Überwachungssysteme.
Umsetzung und technischer Support
Die präzise Positionierung der Anbaugeräte erfolgt über ein GPS- und lasergestütztes Führungssystem von CT Systems. Live-Daten stellen sicher, dass die Abbruchparameter auch in großen Tiefen eingehalten werden.
Die Betriebssicherheit wird durch eine enge Zusammenarbeit mit SAES International unterstützt. Ersatzteile und Austauschgeräte stehen kurzfristig zur Verfügung, wodurch das Risiko längerer Stillstände reduziert wird – ein entscheidender Faktor bei Unterwasserarbeiten mit schwerem Gerät.
Produktivität und messbare Leistung
Nach Angaben von Adex Groep kann das System täglich bis zu 1.000 Tonnen Beton schneiden oder abbrechen. Pro Caisson werden zunächst etwa sechs Meter Höhe abgetragen, bevor ein zweiter, pontonmontierter Kran das Abbruchmaterial beräumt.
Mehrere Stunden Abbrucharbeit erzeugen ausreichend Material, um ein ganzes Tagespensum an Räumarbeiten auszulasten. Dies unterstreicht das hohe Verhältnis von Abbruchleistung zu Nachbearbeitung und die effiziente Nutzung der Spezialausrüstung.
Ergebnis: Kontrollierter Abbruch unter extremen Bedingungen
Seit dem Projektstart im August 2023 wurde nach einer technisch anspruchsvollen Anlaufphase mit umfangreicher Mobilisierung und Systemintegration kontinuierlicher Fortschritt erzielt. Die Kombination aus angepasster Schwimmtechnik, tiefentauglichen Abbruchwerkzeugen und präziser Positionsführung ermöglicht einen stabilen Baufortschritt trotz starker Tiden- und Tiefenanforderungen.
Das Projekt zeigt, wie maßgeschneiderte Ingenieurlösungen und abgestimmter technischer Support den großskaligen Unterwasserabbruch im Rahmen moderner Hafeninfrastrukturprojekte ermöglichen.
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Zur Erfüllung dieser Anforderungen entwickelte Adex Groep einen selbstnivellierenden Ponton mit einem 320-Tonnen-Abbruchkran mit dem Namen Genius. Der Ponton wurde mit einem automatischen Nivelliersystem ausgerüstet, das über Drucksensoren kontinuierlich die Lastverteilung überwacht und anpasst.
Zusätzlich kamen verlängerte Kranausleger und verlängerte Spundpfähle zum Einsatz, um die erforderlichen Arbeitstiefen bei gleichzeitigem Erhalt der Betriebssicherheit zu erreichen. Der Kran selbst wurde größtenteils aus wiederverwendeten Bauteilen aufgebaut und verbindet damit Prinzipien der zirkulären Bauwirtschaft mit hoher Abbruchleistung.
Auswahl der Unterwasser-Abbruchgeräte
Kernstück der Abbrucharbeiten war ein Schwerlast-Hydraulikhammer von Epiroc, geliefert über den lokalen Partner SAES International B.V.. Der Hammer wurde speziell für den Unterwassereinsatz konfiguriert und ist für den Betrieb in Tiefen von bis zu 24 Metern ausgelegt.
Ergänzend kam eine Betonschere zum Einsatz, die am Genius-Kran montiert ist und bewehrte Betonblöcke von bis zu einem Kubikmeter Größe trennen kann. Diese Kombination ermöglicht es, je nach Struktur zwischen Brechen, Schneiden und Vibrieren zu wechseln.
Die Auswahl der Werkzeuge basierte auf ihrer Robustheit im Dauer-Unterwassereinsatz, der kontrollierten Energieübertragung sowie der Integration in Positions- und Überwachungssysteme.
Umsetzung und technischer Support
Die präzise Positionierung der Anbaugeräte erfolgt über ein GPS- und lasergestütztes Führungssystem von CT Systems. Live-Daten stellen sicher, dass die Abbruchparameter auch in großen Tiefen eingehalten werden.
Die Betriebssicherheit wird durch eine enge Zusammenarbeit mit SAES International unterstützt. Ersatzteile und Austauschgeräte stehen kurzfristig zur Verfügung, wodurch das Risiko längerer Stillstände reduziert wird – ein entscheidender Faktor bei Unterwasserarbeiten mit schwerem Gerät.
Produktivität und messbare Leistung
Nach Angaben von Adex Groep kann das System täglich bis zu 1.000 Tonnen Beton schneiden oder abbrechen. Pro Caisson werden zunächst etwa sechs Meter Höhe abgetragen, bevor ein zweiter, pontonmontierter Kran das Abbruchmaterial beräumt.
Mehrere Stunden Abbrucharbeit erzeugen ausreichend Material, um ein ganzes Tagespensum an Räumarbeiten auszulasten. Dies unterstreicht das hohe Verhältnis von Abbruchleistung zu Nachbearbeitung und die effiziente Nutzung der Spezialausrüstung.
Ergebnis: Kontrollierter Abbruch unter extremen Bedingungen
Seit dem Projektstart im August 2023 wurde nach einer technisch anspruchsvollen Anlaufphase mit umfangreicher Mobilisierung und Systemintegration kontinuierlicher Fortschritt erzielt. Die Kombination aus angepasster Schwimmtechnik, tiefentauglichen Abbruchwerkzeugen und präziser Positionsführung ermöglicht einen stabilen Baufortschritt trotz starker Tiden- und Tiefenanforderungen.
Das Projekt zeigt, wie maßgeschneiderte Ingenieurlösungen und abgestimmter technischer Support den großskaligen Unterwasserabbruch im Rahmen moderner Hafeninfrastrukturprojekte ermöglichen.
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